Sandhausen / Metropolregion Rheinneckar - Wiesbaden In einem waren sich die beiden Trainer Peter Vollmann und Gerd Dais nach den 90 Minuten des Drittligaspiels zwischen SV Wehen Wiesbaden und SV Sandhausen in der Brita-Arena einig: „Der 4:0 Sieg der Gäste ist selbst in dieser Höhe verdient“. Die Platzherren bleiben damit seit dem 5. November auf eigenem Terrain ohne Erfolgserlebnis und die Gäste eroberten die Tabellenspitze zurück, weil Mitkonkurrent VfR Aalen „nur“ 2:0 gegen SV Wacker Burghausen gewann. Es war aber nicht die einzige Freude des SV Sandhausen am Faschingssamstag. Torjäger Frank Löning meldete sich zusätzlich nach 890 (!) torlosen Minuten gleich mit drei Treffern eindrucksvoll zurück und bedankte sich damit auf seine Art und Weise bei Gerd Dais für das „Festhalten“ an seinem Mannschaftskapitän. Beim 1:1 am 29. Oktober gegen den 1.FC Saarbrücken traf er letztmals und jetzt eröffnete er den Torreigen bereits nach sieben Minuten in unmittelbarer Nachbarschaft der Karnevalshochburg, um dadurch bei den zahlreichen Gästezuschauer unter den 2.553 Besuchern für ausgelassene Stimmung zu sorgen. „Wir waren hauptsächlich bei Standardsituation zu grün gegen den abgeklärt aufge-tretenen Gegner“, so Peter Vollmann bei seinem zweiten Arbeitstag: „Die Män-gelliste meiner Mannschaft wurde jedenfalls nicht kleiner. Wir müssen sie ganz schnell abarbeiten, um nicht in die Abstiegszone zu rutschen“.
Im ersten Abschnitt entpuppten sich die Gäste als Minimalisten beim Auslassen von Torchancen. Der erste Schuss in Richtung dem Gehäuse des Ex-Sandhäuser Michael Gurski landete bereits im Netz. Frank Löning zog halbrechts aus 20 Meter ab und der verdutzte Gurski hatte das Nachsehen. Sein Gegenüber verbrachte zwar einen meist geruhsamen Nachmittag, doch wenn es galt, in brenzligen Situationen größeren Flurschaden zu vermeiden, war auf Daniel Ischdonat hundertprozentiger Verlass. So entschärfte er ein Janjic-Gechoss mit einer Glanzparade (25.), um wenige Sekunden später ein Kopfball von Steffen Wohlfahrt zu parieren. Das gab Rückhalt und dafür bedankten sich David Ulm und Marcel Busch, der für Marcel Kandziora in die Anfangsformation rückte, mit dem 2:0 zehn Minuten später. Ulm legte mit der Brust nach einer Linksecke auf und Busch macht von der Strafraumlinie kurzen und unhaltbaren Prozess. Als Frank Löning zwei Minuten vor Pause gar auf 3:0 erhöhte, war eigentlich schon alles entschieden. „Das gab uns natürlich große Sicherheit, sodass wir nach Wiederbeginn unseren Gegner nach belieben beherrschten“, wie SV-Trainer Dais analysierte. Nur einmal wurde Ischdonat noch geprüft (71.), doch zuvor war schon alles klar, nach dem Löning einen Rückpass von Klotz (52.) zum 4:0 problemlos in die Ecke schob. Marco Pischorn per Kopf (48.), Nico Klotz nach einem Alleingang (68.) und Danny Blum mit einem Freistoß aus 35 Meter (75.), den Gurski aus dem oberen Win-kel fischte, hatten noch die größten Möglichkeiten, das Resultat zu erhöhen.
Der Auftritt in der hessischen Landeshauptstadt gibt für die nächsten vier Aufgaben, wo der Spitzenreiter dreimal zu Hause antreten kann und nur einmal in die Fremde muss, entsprechende Sicherheit.
Gerd Dais: „Nach einem trainingsfreien Rosenmontag werden wir uns ab Dienstag mit der nächsten Aufgabe am Hardtwald gegen Oberhausen beschäftigen. Für uns gibt es keine leichten Spiele, wir müssen immer unsere Möglichkeiten komplett abrufen, wir müssen dann aber auch keine Mannschaft fürchten“.
SV Wehen Wiesbaden: Gurski, Schimmel, Lanzaat, Döringer, Bieler, Book, Ivanna (46. Smeekes), Kolb, Christ (81. Menga), Janjic, Wohlfarth (76. Bouhaddouz).
SV Sandhausen: Ischdonat, Busch, Pischorn, Schulz, Schauerte, Fießer, Klotz, Danneberg (76. Glibo), Ulm (76. Blacha), Löning (81. Grimaldi), Blum.
Schiedsrichter: Cortus (Röthenbach), Tore: 0:1 Löning (7.), 0:2 Busch (35.), 0:3 Löning (43.), 0:4 Löning (52.). Zuschauer: 2.553.
Siegfried Müller
Erneute Absagequote von 50 Prozent / 17 Nachholspiele
Die dritte Liga hatte beim 26. Spieltag erneut eine Absagequote in Höhe von 50 Prozent. Obwohl schon mehrere Spiele nachgeholt wurden, gibt es derzeit trotzdem noch insgesamt 17 Hängepartien, wovon zwölf Begegnungen bereits einen neuen Termin besitzen. Diese Paarungen werden zwischen dem 21. Februar und 20. März absolviert, sodass die Tabelle noch etliche Zeit eine Schieflage besitzt, denn es fehlen ja zudem noch fünf Termine. Erneut abgesagt werden musste die für Faschingdienstag anberaumte Begegnung zwischen SC Preußen Münster – FC Carl Zeiss Jena. Deshalb hat der DFB-Spielausschuss schnell reagiert und den Samstagausfall FC Carl Zeiss Jena – SpVgg Unterhaching nun neu für Aschermittwoch, 22. Februar (19 Uhr) terminiert.
„Terminlos“ sind damit noch die Absagen vom vergangenen Wochenende mit SV Darmstadt 98 – FC Rot-Weiß Erfurt, VfB Stuttgart II – SC Preußen Münster, SV Babelsberg 03 – Kickers Offenbach und SV Werder Bremen II – 1.FC Heidenheim plus dem Spiel SC Preußen Münster – FC Carl Zeiss Jena vom 28. Januar.
Vornehmlich der FC Carl Zeiss Jena befindet sich mit 22 von geplanten 26 Paa-rungen erheblich im Rückstand. Nicht viel besser ergeht es der SpVgg Unterha-ching und Kickers Offenbach, die erst 23 Mal in Aktion treten konnten und demzufolge drei Begegnungen hinterher „hinken“.
Am Faschingsdienstag, 21. Februar um 19 Uhr soll das Nachholen mit der Begegnung SV Wehen Wiesbaden – Arminia Bielefeld und am Aschermittwoch, 22. Februar um 19 Uhr mit dem Spiel FC Carl Zeiss Jena – SpVgg Unterhaching fortgesetzt werden.





















