Viernheim - mehrere Millionen Euro muss die Stadt in den Bereichen Tiefpumpwerk/Abwassertechnik und Freiwillige Feuerwehr investieren.

22.02.2012 20:15 | Rubrik: Regional | Ort: Viernheim
Viernheim - mehrere Millionen Euro muss die Stadt in den Bereichen Tiefpumpwerk/Abwassertechnik und Freiwillige Feuerwehr investieren.

Viernheim/Metropolregion Rheinneckar - Tiefpumpwerk: Komplette Erneuerung der maschinellen und elektrotechnischen Ausrüstung der Energiestation geplant

Wunschzettel der Viernheimer Freiwilligen Feuerwehr ist groß: Feuerwehrgerätehaus soll umfassend saniert und erweitert werden

Gleich mehrere Millionen Euro muss die Stadt Viernheim in den nächsten Jahren in den Bereichen Tiefpumpwerk/Abwassertechnik und Freiwillige Feuerwehr investieren.

Im Tiefpumpwerk sind die Dieselmotoren mittlerweile über 40 Jahre alt. Nach Mitteilung von Dezernent Martin Ringhof ist eine Ersatzteilversorgung im Reparaturfall so gut wie nicht mehr möglich. „Den Werken wurde mitgeteilt, dass die Ersatzteilversorgung Mitte 2011 eingestellt sei.“ In den Jahren 2013- 2015 planen die Stadtwerke die eigentliche Erneuerung der Dieselmotoren.

Dennoch ist die Anlage trotz der in die Jahre gekommenen Dieselmotore zur Eigenstromerzeugung voll funktionsfähig –auch in Spitzenzeiten und bei Starkregen. Zurzeit wird geprüft, ob man durch einen sukzessiven Austausch der Generatoren mit der aktuellen Genehmigung weiterarbeiten kann. Falls eine neue Genehmigung erforderlich werden sollte, muss mit einer Reihe von Auflagen (Schall- und Brandschutz, Abgas- und Tankanlage etc.) gerechnet werden. Also mit erheblichen Mehrkosten.

Vorige Woche verschaffte sich der Magistrat vor Ort ein Bild über den technischen Zustand der Dieselaggregate im Tiefpumpwerk, den Dipl.-Ing. Andreas Vondung, Dipl.-Ing. Marianne Hielscher (beide von den Stadtwerken und zuständig für den Bereich Abwassertechnik) und Ralf Kahl (Teamleiter Pumpwerke) im Detail erläuterten.

In einer seiner letzten Sitzungen beauftragte der Magistrat ein Mannheimer Ingenieur-Büro mit der Erstellung einer entsprechenden Studie zur Energieversorgung im Tiefpumpwerk. Unter anderem sollen folgende Leistungen erbracht werden: Bestandsaufnahme der vorhandenen Anlage einschließlich Peripherie, Betrachtung von Betriebsweisen, Prüfung der Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz, Arbeitsablauf beim Austausch der Motoren und Kostenschätzung.

Zur Information:

Das Tiefpumpwerk wurde im Jahre 1975 errichtet, um am Ende des Kanalnetzes eine ausreichende Vorflut zu sichern. Die dafür eingebauten sieben Propellerpumpen sind seitdem in Betrieb, ebenso die Energiestation mit insgesamt 7 Dieselmotoren zur Eigenstromerzeugung mit je 700 kW Leistung.

Über das städtische Kanalnetz von ca. 100 km fließen dem Tiefpumpwerk pro Jahr ca. 3,5 Mio. Kubikmeter Abwasser.

Erheblicher Investitionsbedarf besteht auch bei der Sanierungs- und Erweiterungsbedarf des Feuerwehrgerätehauses.

Mit der Planung sowie der vorgesehenen Betriebsabläufe und der Notwendigkeit der baulichen Erweiterung beschäftigten sich die parlamentarischen Gremien bereits im Vorjahr.

Standbrandinspektor Helmut Büchler und sein Stellvertreter Michael Ahnert im Einzelnen begründeten die Planungen im Detail. Beide machten deutlich: Der derzeitige Zustand des Feuerwehrgerätehauses genügt den aktuellen rechtlichen Vorschriften nicht mehr.

Unter Hinweis auf die rechtlichen Vorgaben hinsichtlich Ausstattung und Anforderungen an einen zeitgemäßen Betriebsablauf besteht nach Einschätzung von Dezernent Martin Ringhof bei der Erweiterung und Sanierung des Feuerwehrgerätehauses dringender Handlungsbedarf. „Eine modernisierte Feuerwehr dient für die nächsten Jahrzehnte als Rückgrat des Brandschutzes für Viernheim.“

Bürgermeister Matthias Baaß machte auf die Wichtigkeit einer funktionierenden Freiwilligen Feuerwehr für das Gemeinwesen aufmerksam. „Voriges Jahr waren es 188 Einsätze. In den Vorjahren sogar über 300 im durchschnitt.“ Auch die Kinder- und Jugendfeuerwehr müsse man stärken und unterstützen, um den Feuerwehrnachwuchs auf Dauer zu sichern.