Viernheim/Metropolregion Rheinneckar - Heute für morgen Zeichen setzen - Gedanken und Informationen zum Internationalen Frauentag……:
Zum einhundertundeinsten Mal jährt sich am 8. März 2012 der Internationale Frauentag. Ein Grund, nachzudenken, nachzufragen, nachzuhaken und selbstverständlich auch nachzulegen. Wie ist es um Gleichberechtigung in Viernheim, in unserem Land und weltweit bestellt?
„Heute für morgen Zeichen setzen“ lautet das DGB-Motto für den Internationalen Frauentag 2012. Was können wir aus frauenpolitischer Sicht darunter verstehen?
Die Finanzkrise der Kommunen und noch mehr die Finanzkrise in Europa beschäftigen die meisten Menschen. Diese bestimmen das Handeln der politisch Verantwortlichen. Da mag Frauen- und Gleichstellungspolitik gern als verzichtbarer „Luxus“ gesehen werden. Doch gleichzeitig sind die Wirtschaftsdaten und die Prognosen für Deutschland relativ positiv. Umso mehr sind wir am Internationalen Frauentag gefordert, Zeichen (für morgen) zu setzen.
Frauen verdienen immer noch in unserem Land im Durchschnitt 23 % weniger und sind überproportional in prekären Arbeitsverhältnissen vertreten. In Führungspositionen, Aufsichtsräten und Vorständen hingegen fehlen sie weitestgehend und können somit definitiv nicht ihren Bildungsvorsprung auf dem Arbeitsmarkt umsetzen. Frauen sind besonders stark von Altersarmut betroffen und sind, trotz zahlreicher Gesetze und Projekte nach wie vor häuslicher und sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Das Motto der vierten Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen 1995 in Peking „Handeln für Gleichberechtigung, Entwicklung und Frieden“ hat auch heute noch die gleiche Gültigkeit – weltweit!
Der erste Gleichstellungsbericht der Bundesregierung von 2011 bekräftigt eindeutig, dass wir auch in Deutschland wirkliche Gleichberechtigung nicht umgesetzt haben!!! Deshalb müssen wir dranbleiben, nachlegen und kontinuierlich an den Zielen der Frauen- und Gleichstellungsbewegung arbeiten. Gleichberechtigung und Chancengleichheit sind die Grundpfeiler unserer Demokratie, nicht nur in Deutschland sondern weltweit!
Teilhabe sowie gleichberechtigter Zugang zu Erwerbsarbeit, insbesondere auch auf Führungsebene und paritätische Verteilung der Familienarbeit sind Bedingungen für eigenständige Existenzsicherung von Frauen.
Bei all den Bausstellen, die wir noch zu bearbeiten haben, müssen wir aber auch erkennen, dass wir in Viernheim schon einiges erreichen konnten:
• wir haben ein gut ausgebautes frauenpolitisches Netzwerk, auch im Kreis Bergstrasse und langsam aber sicher auch in der Metropolregion
• eine gut funktionierende Fraueninfothek
• ein qualifiziertes Beratungsangebot für Frauen
• mehre Projekte gegen häusliche Gewalt und Gewalt im öffentlichen Raum, allen voran das Frauennachttaxi
• wenige , aber immerhin einige innovative Projekte für Mädchen, - der Girls` Day zählt mit zu den größten Aktionen in Südhessen
• eine stabile Fraueninfrastruktur
• eine hohe Sensibilität zu dieser Thematik in unserer Stadt
• mit dem Hessischen Gleichberechtigungsgesetz und seinem Instrument „Frauenförderplan“ zumindest festgeschriebene verbindliche Zielvorgaben, welche die Zugangs- und Aufstiegsbedingungen sowie die Arbeitsbedingungen für Frauen verbessern sollen.
Offensive Frauen- und Gleichstellungspolitik ist eine sehr wichtige Aufgabe in einer Kommune. Mit dem Frauenbüro, als Fachstelle für Gleichstellungsfragen, haben wir eine kompetente, vernetzte und professionelle Institution, die mit zahlreichen Kooperationspartnerinnen und –partnern (auch auf Landes- und Bundesebene) als starker Motor der Frauen- und Gleichstellungspolitik zusammen arbeitet. Klar ist: Gleichberechtigung lässt sich nur gemeinsam voranbringen. Darum brauchen wir engagierte Frauen und Männer, die sich gemeinsam mit uns beruflich, politisch, ehrenamtlich und privat für das Thema stark machen.
Allen, die sich hier mit viel Kraft und Energie einbringen, sagt das Frauenbüro an dieser Stelle herzlichen Dank!
Zum 101. Internationalen Frauentag hat das Frauenbüro in diesem Jahr 3 Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten organisiert:
29.2. 17:30 Uhr Ausstellungseröffnung „Warnsignale häusliche Gewalt“, Sparkasse
1.3. 19:30 Uhr Lesung „Mitten im Jungbusch“, Nora Noé, Familienbildungswerk
8.3. 20:00 Uhr „Die Dame im Frack“ mit Roswitha Goos und Stefanie Titus, Kabarett, Kulturscheune



























