Südliche Weinstraße / Metropolregion Rheinneckar - Im Sommer 2007 war der Startschuss für eine grundlegende Modernisierung des Gymnasiums am Alfred - Grosser - Schulzentrum gefallen, nun ist das Gebäude so gut wie neu. Deshalb übergab der Landkreis Südliche Weinstraße das Gebäude jetzt wieder der Schulgemeinschaft.
Die festliche Übergabe fand am vergangenen Donnerstagabend in der Aula des Gymnasiums statt. „Auf diesen Tag haben sich alle sehr gefreut“, eröffnete Landrätin Theresia Riedmaier die Festlichkeiten und stellte die Modernisierungen vor. In drei Bauabschnitten war das Gymnasium für achteinhalb Millionen Euro erneuert und saniert worden.
Fachsäle wechselten die Räumlichkeiten, ein neues Heizsystem wurde installiert und auch ein Vollwärmeschutz war Teil des Sanierungsplans. „Den Lehrkräften und Schülern wurde während der Bauphase viel abverlangt, aber nun steht von Strukturen und Substanz her eine völlig neue Schule; das gilt besonders für die energetische Erneuerung der Gebäude von Keller bis zum Dach“, so die Landrätin. Leider war der Umbau auch mit einigen Problemen behaftet. So verzögerte sich die Bauphase um mehr als ein halbes Jahr. Eine Baufirma meldete Konkurs an und „die Altbausubstanz war viel schlechter als wir es erwartet hatten“, beschreibt Riedmaier. Trotzdem betonte sie, stolz auf die „mutige Finanzentscheidung“ des Kreistages Südliche Weinstraße in so schwierigen Zeiten zu sein.
Die Kreischefin dankte dem Land Rheinland-Pfalz, das mit 3,5 Millionen Euro bei dieser umfassenden Modernisierung sehr geholfen hat.
In seiner Festrede erklärte Namensgeber der Schule Professor Alfred Grosser welche Welt von morgen die Kinder und Jugendlichen von heute zu erwarten hätten. „Ihr könntet die erste Generation sein, der es weniger gut gehen wird als den Eltern“, so Grosser zu Beginn seiner Rede. Das deutsche Volk sei „wohlhabend aber absterbend“ und müsse endlich erkennen, dass Migranten eine Chance zum weiteren Bestehen Deutschlands sein können. Im Reichstag stehe neben dem Leitspruch „dem deutschen Volke“ auch der Ausruf „der deutschen Bevölkerung“. Letzteres sei ein großer Unterschied zu dem Ersten und müsse nun endlich gelebt werden, betonte Grosser.
Der Namensgeber der Schule forderte die Jugendlichen auf, mit Freude die zukünftige Gesellschaft mitzugestalten. Es sei Freude, die einem zustünde und die wichtig sei, „um vorwärts zu kommen“. Denn die Freude beflügle andere und sei das beste Mittel, Leiden zu verhindern. „Die Freude daran, die Gesellschaft zukünftig mitzugestalten- das wünsche ich euch“, schloss Grosser seine Rede.
Auch Ministerpräsident Kurt Beck gratulierte den Ehrengästen zu diesem Tag, „denn wenn man so eine Renovierung durch gestanden hat, hat man das Gefühl, man könne nun wieder neu durchstarten, neu durchatmen und das meine ich nicht nur im körperlichen Sinne.“
Beck sei es sehr wichtig gewesen, die Bedürfnisse von heute und morgen, mit baulichem Fundament zu befriedigen.
Der Ministerpräsident mahnte aber an diesem Freudentag auch die moralische Schuld und Verantwortung nicht abzuschütteln: „Unter dem Nationalsozialismus wurde vor allem feindlich und abgrenzend gebaut.“ Man habe es aber geschafft, die Feindschaften - gerade zwischen Frankreich und Deutschland - nicht nur mit Verträgen sondern auch mit Freude, gegenseitigem Respekt und geknüpften Freundschaften zu besiegen.
Durch ihre Ausrichtung auf das französische Nachbarland, trägt diese Schule viel zur neuen deutsch – französischen Freundschaft bei“, so der Ministerpräsident.
Schulleiter Philipp Gerlach dankte den Schülerinnen und Schülern, den Eltern, den Bauerherren und allen, an dem Projekt beteiligten Mitarbeitern. Bei wem, wenn nicht bei mir, trifft die Redewendung „ins gemachte Nest setzen“, am meisten zu“, scherzte er. Der neue Schulleiter könne sich die Strapazen zwar vorstellen, habe sie aber nicht selbst erfahren. Vom Ergebnis ist er jedoch begeistert: „Die Schule ist nicht nur gut geworden, sie ist auch wirklich schön.“ Gerlach dankte auch dem alten Schulleiter Lillig der „ dann schon einmal dafür zuständig war, wenn plötzlich ein 40 Tonner im Schulhof auftauchte“.
Die Schülersprecherin Alexandra Stümpert und die beiden Vorsitzenden des Elternbeirates Vera Allmann-Stübinger und Camilla Hassinger schilderten im Laufe des Abends weitere Erlebnisse des Baualltags in der Schule. Von „fliegenden Kloschüsseln“ über „tischtennisspielende Bauarbeiter“ bis hin zu „aus den Decken schießende Rohre“ war da die Rede.
Harald Bratz, Stadtbürgermeister von Bad Bergzabern betonte aber, dass man trotz mancher Ärgernisse, „ gerne noch einmal selbst Schüler dieser Schule sein würde.“
Begleitet wurde der festliche Akt von tollen Auftritten der Schülerinnen und Schüler, die vor allem zu Ehren Grossers französische Musik präsentierten. Kreisbeigeordneter Bernd E. Lauerbach dankte der Schule, den Lehrkräften und der Schülerschaft sowie der Kreisverwaltung für die Organisation des Festaktes und des Schulfestes und lud die Festgemeinde zu einem anschließenden Sektempfang im Foyer ein.





























