Neustadt - Deutsche Staatsphilharmonie Rhein-Pfalz im Saalbau

16.02.2012 09:57 | Rubrik: Konzert | Ort: Neustadt an der Weinstraße
Neustadt - Deutsche Staatsphilharmonie Rhein-Pfalz im Saalbau

Neustadt / Metropolregion Rheinneckar - DEUTSCHE STAATSPHILHARMONIE RHEINLAND-PFALZ am Dienstag, 06. März 2012, 20 Uhr im Saalbau Neustadt an der Weinstraße

Die Kulturabteilung der Stadt Neustadt an der Weinstraße begrüßt am 6. März um 20 Uhr die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, die ein weiteres Mal Station im Saalbau macht. Mit dabei ist eine der erfolgreichsten und vielseitigsten Künstler¬persönlichkeiten der internationalen Musikszene, der Cellist und Dirigent Heinrich Schiff, an diesem Konzertabend in der Funktion als Gastdirigent. Den Solopart am Violoncello übernimmt der in Salzburg gebürtige Bruno Weinmeister - im Übrigen ein Schüler von Heinrich Schiff - der sowohl als Cellist als auch als Dirigent erfolgreich und gefragt ist.

Das Programm

Als Auftakt des Abends ist die Ouvertüre zur romantischen Oper Oberon von Carl Maria von Weber zu hören. Das Thema basiert auf einem Libretto von James Planché - angelehnt an ein gleichnamiges romantisches Heldengedicht von Christoph Martin Wieland. Schon schwer erkrankt komponierte Weber die Oper in London in den Jahren 1825 bis 1826. Die Uraufführung fand am 12. April 1826 unter der musikalischen Leitung des Komponisten im Royal Opera House Covent Garden in London statt. Im Juni des gleichen Jahres starb der Komponist. Es folgt das Konzert für Violoncello und Orchester von Paul Hindemith. Der Komponist gilt als einer der wichtigsten Vertreter der ernsten Musik des 20. Jahrhunderts. Eines seiner Anliegen war die Öffnung der Klassik nach außen. Hindemith wandte sich gegen eine Romantisierung der Musik und verstand die Aufgabe eines Komponisten und Musikers mehr als Handwerker, denn als Künstler und sprach für mehr „Gebrauchsmusik“. Nach der Konzertpause spielt die Staatsphilharmonie die Sinfonie Nr. 2 in D-Dur op. 73 von Johannes Brahms. Das Werk entstand im Sommer des Jahres 1877 in der geringen Zeitspanne während seines Urlaubs in Pörtschach (im Gegensatz dazu benötigte er für seine 1. Sinfonie knapp 15 Jahre). Die 2. Sinfonie wird von vielen als Brahms' Pastorale bezeichnet, sie wurde im Dezember des gleichen Jahres im Musikvereinssaal zu Wien mit Hans Richter als Dirigent uraufgeführt.

Der Dirigent

Der Dirigent und Cellist Heinrich Schiff kann mittlerweile auf eine fast vier Jahrzehnte andauernde Karriere zurück blicken. Sie begann bereits 1972 nach seinem Cellostudium bei Tobias Kühne und André Navarra, und seither ist Schiff regelmäßig bei allen bedeutenden Orchestern, in den großen Musikzentren und bei den wichtigen Festivals in Europa, den USA und Japan zu Gast. Mit seinen Interpretationen, die das gesamte Spektrum der Cello-Literatur umfassen, setzte Schiff bis heute Maßstäbe.

Heinrich Schiff verfolgte schon während des Studiums umfassendere musikalische Interessen, so hospitierte er u. a. in der Dirigentenklasse Hans Swarovskys. Zu Beginn seiner Karriere stand das Cello fast ausschließlich im Mittelpunkt, doch gewann das Dirigieren ab 1985 in seinen Aktivitäten zunehmend an Bedeutung. Dabei standen ihm befreundete Dirigenten immer wieder beratend zu Seite. Seit mehr als 20 Jahren nehmen nun Cellospielen und Dirigieren einen gleichberechtigten Raum innerhalb seiner Konzerttätigkeit ein.

Seit 1990 hatte Heinrich Schiff verschiedene Positionen als Chef- bzw. Erster Gastdirigent bei folgenden Orchestern inne: Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Northern Sinfonia, Copenhagen Philharmonic, Musikkollegium Winterthur, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, Bruckner Orchester Linz und Wiener Kammerorchester. Mit letzterem ist nach einem überaus erfolgreichen Beethoven-Zyklus in der Saison 2008/09 ein Zyklus mit Schuberts Symphonien im Wiener Konzerthaus gefolgt. Als Operndirigent leitete er u. a. Produktionen am Theater La Monnaie in Brüssel (Zauberflöte, Fidelio).

Der Solist

Der Salzburger Bruno Weinmeister lernte schon früh die Instrumente Cello und Klavier und wählte später die Musikerlaufbahn. Er studierte Cello bei Heinrich Schiff am Mozarteum Salzburg und Wolfgang Boettcher in Berlin, Dirigieren an der Musikhochschule Hannover bei Eiji Oue. Noch während der Studienzeit an der HdK Berlin wurde ihm die Stelle eines ersten Konzertmeisters der Violoncelli bei der Staatskapelle Dresden angeboten. Er folgte der Einladung und blieb dem Orchester über mehrere Jahre verbunden.

Parallel zu seiner Arbeit im Orchester begann er eine erfolgreiche Karriere als Solist und Kammermusiker, inzwischen international viel beachtet.

Er spielte in fast allen bedeutenden Musikzentren Europa, wie z.B. als Solist des NDR Sinfonieorchesters Hamburg, dem DSO in der Philharmonie Berlin, dem RSO Wien im Wiener Musikverein und dem Wiener Konzerthaus. Weiterhin arbeitete er u.a. mit Dirigenten wie Oku Kamu, Heinrich Schiff, Heinz Holliger, Theodor Guschlbauer, Sebastian Weigle, Christian Zacharias und Christian Arming zusammen.

Als Kammermusikpartner konzertierte Bruno Weinmeister mit vielen namhaften Musikern wie z.B. mit Patricia Kopatchinskaja und Alexander Lonquich.

Er war zu Gast beim Festival von Gidon Kremer in Lockenhaus, beim Schleswig-Holstein Musikfestival, beim Rheingau Muskfestival, bei den Berliner und Wiener Festwochen, beim Kissinger Sommer, der Schubertiade Hohenems, dem Brucknerfestival Linz, dem Bel-Air Festival Chambery und anderen. Er spielt auf einem Cello von Domenico Montagnana.

Neben seiner Laufbahn als Cellist ist Bruno Weinmeister auch als Dirigent vielgefragt, u.a. ist er Assistent von Claudio Abbado beim Lucerne Festival Orchester und hat ihn in gleicher Funktion zu den Berliner Philharmonikern und dem Mahler Chamber Orchestra begleitet.

Vor dem Konzert, ab 19:15 Uhr, gibt Jörg Sebastian Schmidt im Beethovensaal eine Einführung ins Programm.

Karten

Karten (10 bis 20 € und Ermäßigungen) erhältlich bei der Konzert- und Theaterkasse der Kulturabteilung, Hetzelplatz 1, Telefon 06321 855-404. Montag - Freitag 9:30 - 12:30 Uhr, Montag – Mittwoch 14:00 – 16:00 Uhr und Donnerstag 14:00 – 17:00 Uhr.

Am Veranstaltungstag an der Abendkasse eine Stunde vor Beginn der Vorstellung. - Online-Ticketing: http://www.ticket-regional.de