Mannheim - Forschungsstipendium für Mannheimer Infektiologin Dr. Henriette Schneider

15.05.2012 08:31 | Rubrik: Wissenschaft | Ort: Mannheim

Mannheim / Metropolregion Rheinneckar - Fachgesellschaft unterstützt Forschung zur Hirnhautentzündung mit 40.000 Euro -

Die wissenschaftliche Arbeit von Dr. Henriette Schneider, Assistenzärztin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), zur Hirnhautentzündung (Meningitis) ist von der Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) als so wichtig eingeschätzt worden, dass die Fachgesellschaft diese mit einem Forschungsstipendium in Höhe von 40.000 Euro unterstützt.

Das Stipendium eröffnet der jungen Wissenschaftlerin die Möglichkeit, die experimentellen Arbeiten zu ihrem Forschungsprojekt dort fortsetzen zu können, wo eine besonders große Expertise für dieses Thema vorhanden ist, nämlich am Theodor-Kocher-Institut in Bern.

Dr. Henriette Schneider erforscht die Entstehungsweise der durch Viren oder Bakterien verursachten Meningitis. Dabei untersucht und charakterisiert sie speziell die an der Interaktion der Immunzellantwort beteiligten Faktoren im Bereich der Blut-Liquor-Schranke, der physiologischen Barriere zwischen dem Blutkreislauf und dem Liquorsystem des zentralen Nervensystems, bei Infektionen und Entzündungen des zentralen Nervensystems (ZNS).

Am Theodor-Kocher-Institut in Bern wird die junge Wissenschaftlerin in der Arbeitsgruppe um Professor Dr. Britta Engelhardt arbeiten. Diese beschäftigt sich seit Jahren mit der Migration (Wanderung) von Immunzellen in das ZNS und konnte dabei zeigen, dass verschiedene Zell-Adhäsionsmoleküle und ihre spezifischen Liganden wesentlich an der Regulation der T-Zelltransmigration in das ZNS beteiligt sind.

Die Arbeit von Henriette Schneider wird von Professor Dr. Horst Schroten, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMM, und Privat-Dozent Dr. Tobias Tenenbaum, Oberarzt und Infektiologe an der Klinik, unterstützt. Das Stipendium wurde der jungen Wissenschaftlerin Mitte April im Rahmen der 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie in Mannheim verliehen.

Zwei weitere junge Wissenschaftler aus der Arbeitsgruppe von Professor Tenenbaum, die sich beide mit Prozessen an der Blut-Liquor-Schranke in Zusammenhang mit bakteriellen Infektionen des ZNS befassen, wurden bei der Tagung für ihre Arbeiten ausgezeichnet: Die Diplom-Biologin Ulrike Steinmann erhielt für ihr wissenschaftliches Poster einen Posterpreis in Höhe von 400,- Euro. Auch der wissenschaftliche Vortrag von Tim Gründler, Medizinstudent kurz vor Abschluss seines Studiums, überzeugte die Jury, die ihn ebenfalls mit 400,- Euro honorierte.