Heidelberg / Metropolregion Rheinneckar - 2. Basketballbundesliga - Ausgerechnet in der entscheidenden Saisonphase hat es den USC Heidelberg schwer gebeutelt. Während der Woche hatte man sich bekanntlich vom amerikanischen Guard Charles Burgess getrennt, darüber hinaus gab es vor dem Spiel beim Tabellenfünften Paderborn erhebliche Verletzungsprobleme. Janis Heindel (Rücken) und Paul Zipser (Hand) konnten ihrem Team in Paderborn gar nicht zur Seite stehen, Clint Sargent ging angeschlagen in die Partie. USC-Headcoach Uwe Sauer und sein verbliebenes Rumpfteam waren also um ihre Aufgabe am Samstagabend nicht zu beneiden. Allerdings hatte man in der Woche zuvor beim 81:94 gegen Cuxhaven Anschauungsunterricht erhalten, wie ein stark dezimiertes Team dennoch einen unverhofften Auswärtserfolg landen kann. Dementsprechend ging das USC-Team mit großem Kampfgeist und toller Moral in die Partie und lieferte gegen die unter den gegebenen Umständen favorisierten Paderborner eine beachtliche Leistung ab. Am Ende gewann zwar das glücklichere Heimteam mit 90:85 (49:47), der Sieger hätte aber genau so gut USC Heidelberg heißen können. „Die Jungs haben auf jeden Fall gezeigt, dass sie begeisternd kämpfen können. Es war ein großer Achtungserfolg, auch wenn wir punktemäßig einmal mehr leer ausgingen“, meinte USC-Manager Matthias Lautenschläger nach der Begegnung.
Von der ersten Minute an war das USC-Team die schwierige Aufgabe mit großer taktischer Disziplin angegangen und war ein völlig gleichwertiger Gegner. Im 1. Viertel hatte man auch die bekannt treffsicheren Dreierwerfer der Gastgeber noch gut im Griff und ging durch den überragenden Jerrell Williams sowie durch den ebenfalls erneut überzeugenden Sanijay Watts und einen Dreier von Oliver Komarek sogar mit 20:11 (7. Min.) in Führung. Auch am Ende des 1. Viertels hatten die Gäste mit 27:19 überraschend deutlich die Nase vorn. In den zweiten 10 Minuten drehten die Gastgeber mit ihrer bekannt besten Waffe, den Dreiern, allmählich die Begegnung. „Die Dreier der Paderborner waren dennoch nicht das eigentliche Problem“ meinte USC-Headcoach Uwe Sauer nach dem überaus spannenden Match. „Damit musste man rechnen. Wir wussten demgegenüber, dass wir unsere Überlegenheit unter den Körben entgegensetzen konnten. Entscheidend war letztlich vielmehr, dass wir selbst von außen eine zu schwache Quote hatten, wobei wir die Würfe eigentlich hervorragend herausgespielt haben.“ 5/19 Dreier und 3/14 aus der Halbdistanz machten die eigentliche Misere aus. Unterm Korb konnte man dagegen mit einer hervorragenden Quote von 72,7 % (24/33) glänzen und auch das Reboundduell gewann man (41:33).
So war man auch in der 2. Halbzeit immer auf Augenhöhe. 64:63 und 73:70 (3. Viertel) lauteten die Zwischenstände, ehe es beim 80:72 (34.) nach einer Vorentscheidung für die Baskets aussah. Doch weit gefehlt! Jetzt wurde es erst richtig dramatisch: Clint Sargent, Williams und Watts verkürzten zum 80:78 (35.) und zwangen Paderborns Coach Thomas Glasauer zu einer Auszeit. Danach brachte Kai Barth den USC mit 3 Freiwürfen mit 81:80 in Führung und beim 81:81 rollte ein Dreierversuch von Barth wieder aus dem Korb heraus. Sargent erhöhte 1:47 Min. vor Spielende dennoch auf 85:83 für den USC. Alles war möglich! Doch jetzt traf Fleischmann einen Dreier zum 86:85, während Sargent mit seinem Dreierversuch scheiterte. Ole Wendt und 2 Freiwürfe von Mason stellten den glücklichen, wenn auch nicht unverdienten 90:85-Sieg der Gastgeber sicher. „Die Leistung machte aber Mut für die nächsten Spiele. Wir haben alles gegeben und uns sehr ordentlich präsentiert“ beendete Uwe Sauer sein Resümee. Die Lage ist ernst, aber – insbesondere nach der in Paderborn gezeigten Leistung - noch längst nicht aussichtslos. Mit einem Sieg gegen Düsseldorf könnte sich das USC-Team am kommenden Sonntag durchaus wieder in den Kreis der Playoff-Aspiranten hineinspielen.
Paderborn: Mason 19 (1 Dreier), Stommes 17 (5), Fleischmann 14(4), Freer 14 (2), Jost 8 (2), Spöler 8 (2), O. Wendt 6, Diggs 2, Lieneke 2.
USC Heidelberg: Williams 36 Punkte, 9 Rebounds, 41 Effektivitätspunkte, Watts 17 (8/9 Feldquote, 6 Reb., Sargent 13 (3), Barth 10 (1), Komarek 5, Schoo 4 (10 Reb.), von Fintel, Kuhn.
Claus Ebert






















