Heidelberg - USC Heidelberg verliert gegen Cuxhaven BasCats

13.02.2012 09:45 | Rubrik: Basketball | Ort: Heidelberg

Heidelberg/Metropolregion Rheinneckar - Enttäuschung pur

Alarmstufe Rot! Der USC Heidelberg verlor am Sonntag sein viertes Spiel in Folge, diesmal mit 81:94 (41:42) gegen die Cuxhaven BasCats. Ausgerechnet im letzten Viertel starteten die BasCats einen Run, der dem USC den Rest gab. Inzwischen ist große Ernüchterung in Heidelberg eingekehrt: Au Platz elf ist man sehr weit von den Playoffs entfernt.

Im Vorfeld der Partie war klar gewesen, dass beide Teams dringend einen Sieg benötigten, um nicht den Anschluss an die Playoff-Ränge zu verlieren. Extra spannend war es natürlich auch dadurch, dass der USC das Hinspiel mit nur zwei Punkten Differenz für sich entschied: Im Hinblick auf den direkten Vergleich war also alles möglich gewesen.

Charles Burgess eröffnete den Korbreigen mit einem Alleingang nach Steal an Martin Bogdanov. Sanijay Watts erhöhte auf 4:0 nach Pass von Björn Schoo (2.). Schoo selbst traf darauf zwei Würfe (8:2, 3.). Schon jetzt sah sich BasCats-Assistenztrainer Krists Plendiskis zu einer ersten Auszeit gezwungen. Die Wirkung zeigte sich: seine Mannen antworteten mit einem 15:0-Lauf. Oliver Komarek traf aus der Mitteldistanz zum 14:18 (9.) Christian von Fintel brachte den OSP mit einem Dreier erstmals auf Betriebstemperatur (19:18, 9.).

Zweites Viertel: Vor den Augen seines Bruders Terrell erzielte Jerrell Williams einen Korbleger zum 23:23 (11.). Sein Dunking zum 25:25 widmete er seinem aus den Staaten angereisten Zwilling. Nach Foul von Oliver Komarek traf Jackson Capel einen Dreier – Vierpunktspiel (25:31, 14.). Nate Gerwig erkämpfte sich den Ball und netzte zum 34:38 ein. Nach einem herrlichen Zuspiel von Williams traf Sanijay Watts zum 36:40 (19.) Durch einige gelungene Aktionen errangen die Kurpfälzer zur Halbzeit fast noch die Führung (41:42).

Cuxhaven war mit nur acht einsatzfähigen Spielern angereist, von denen lediglich sieben eingesetzt wurden. Doch das störte die Mannen von der Nordsee nicht, es ließ sich kein konditioneller Nachteil erkennen.

„Es ist für ihn bestimmt eine große Motivation, dass ich hier bin“, sagte Terrell Williams während der Pause. Durchaus: Der 2,03m-Power Forward war bis dato der beste seines Teams, und zwar gleich in drei Kategorien: Punkte (13), Assists (3) und Rebounds (6).

Nachdem sich Björn Schoo im ersten Viertel gleich zwei Fouls eingehandelt hatte, durfte er erst im dritten Durchgang wieder aufs Parkett. Paul Zipser traf per Putback-Dunking zum 45:42 (23.) Jackson Capel traf seinen sechsten (!) Dreipunktwurf zum 47:51 (24.) Durch einen Layup schraubte Martin Bogdanov die Führung der Meerkatzen auf 57:54 (26.). Eine Einzelaktion von Jerrell Williams führte zum 57:59 (27.). Dorian McDaniel mit erfolgreichem Sprungwurf vom Elbow zum 58:66 (30.).

Nun war es ganz wichtig, dass man mit viel Willen in das letzte Viertel einsteigen würde – Williams und Janis Heindel trafen zum 66:68. Doch Cuxhaven spielte jetzt geschickt die Zeit herunter. Durch einige weitere Treffer führten die Niedersachsen mit 80:68, es waren nur noch vier Minuten zu spielen. Der USC verweigerte einen Schnellangriff, vergab zwei Würfe und beging ein Foul – damit war die Messe gelesen.

„Die verletzungstechnisch arg gebeutelten Cuxhavener nehmen absolut verdient die Punkte mit. Wir haben ohne Herz, ohne Leidenschaft und auch ohne Struktur gespielt und der Gegenüber hat uns seinen Stil aufgezwungen. Das ist eine ganz bittere Kiste. Und leider nicht die erste in dem noch recht jungen Jahr.“, so ein hörbar angefressener Axel Tietz vom Heidelberger Management.

Keine Frage – dies war ein weiterer rabenschwarzer Nachmittag für den USC Heidelberg. Dabei hatte 2012 mit deutlichen Siegen gegen Chemitz und Jena doch so gut begonnen, das ganze Momentum ist verflogen. Alles ist offen – aber wenn man ehrlich ist, sind die Playoffs in Heidelberg weniger wahrscheinlich als das Ende der Saison nach dem letzten Rundenspiel.

Das ist die bittere Realität.

USC Heidelberg – Cuxhaven BasCats: 81:94 (21:18, 20:24, 19:24, 21:28)

Heidelberg: Williams 27, Schoo 10, Zipser 9, Burgess 6, Watts 6, Komarek 6, Heindel 6, Barth 6, von Fintel 3, Sargent 2 – Kuhn, Müller.

Cuxhaven: Capel 30, Gerwig 18, McDaniel 14, Bogdanov 10, El Domiaty 10, Rice 9, Pluskota 3 – Dastan.

Robin Herbert