Heidelberg / Metropolregion Rheinneckar - Die Internationale Gesamtschule Heidelberg (IGH) wird im Rahmen einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) mit der Bau- und Servicegesellschaft mbH (BSG), einer Tochterfirma der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH Heidelberg (GGH), saniert. Die Sanierung umfasst ein Volumen von rund 34 Millionen Euro. - Bild: von der Vertragsunterzeichnung durch (v. r.) Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner und Peter Bresinski, Geschäftsführer der Bau- und Servicegesellschaft mbH. Foto: Philipp Rothe
Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner und Peter Bresinski, Geschäftsführer der Bau- und Servicegesellschaft mbH, unterzeichneten den ÖPP-Vertrag für die IGH-Sanierung am Dienstag, 19. Juli 2011, im Heidelberger Rathaus.
Dr. Würzner sagte bei der Unterzeichnung: „Ich freue mich sehr, dass wir nach langer und intensiver Vorbereitung heute den ÖPP-Vertrag für die Sanierung der Internationalen Gesamtschule unterzeichnen können. Grundlage der Sanierung ist ein eng mit der Schule abgestimmtes Konzept. Mit der GGH/BSG haben wir einen hervorragenden Partner. Unsere städtische Baugesellschaft GGH hat in der Vergangenheit ihre Leistungsfähigkeit bei Großprojekten mehrfach unter Beweis gestellt, beim Bau der Neuen Feuerwache ebenso wie aktuell bei der Sanierung des Theaters.“
Peter Bresinski: „Öffentlich-Private Partnerschaften verfolgen das Ziel, durch eine langfristig angelegte Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und privater Wirtschaft öffentliche Infrastrukturprojekte effizienter zu realisieren. Die GGH ist bereits seit 90 Jahren ein zuverlässiger privater Partner der Stadt. Im ÖPP nutzt die Stadt die Planungs-, Bau- und Betriebskompetenzen der GGH und sichert damit die durchgehende Beachtung der Lebenszykluskosten.“
Den Beschluss, die Sanierung sowie den langfristigen Betrieb der Internationalen Gesamtschule (Primarstufe, Sekundarstufe, Turnhallen, ehemalige Hausmeisterwohnung) im Rahmen eines ÖPP-Modells mit der GGH/BSG durchzuführen, hatte der Heidelberger Gemeinderat am 1. Juli 2010 gefasst.
Die Sanierungsmaßnahme hat ein Volumen von rund 34 Millionen Euro, davon entfallen 4,6 Millionen Euro auf die Primarstufe, 27 Millionen Euro auf die Sekundarstufe. Das Raumprogramm umfasst 71 Klassenräume für 66 Klassen mit insgesamt bis zu 2.016 Schülerinnen und Schülern. Weitere 2,4 Millionen Euro werden für das Stadtarchiv aufgewendet, das künftig in der IGH seinen Sitz haben wird. Die Sanierung erfolgt in drei Bauabschnitten, die Bauzeit beträgt insgesamt dreieinhalb Jahre.
Primarstufe
Die Primarstufe wurde planmäßig zum 30. März 2011 fertiggestellt, nach den Sommerferien wird der Unterricht in den sanierten Räumen stattfinden. Die Sanierung der Primarstufe wurde nachträglich in das ÖPP-Modell einbezogen, um den Gesamtkomplex von der BSG abwickeln zu lassen und somit einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen. Die feierliche Eröffnung der sanierten Primarstufe findet am 21. Oktober 2011 statt.
Sekundarstufe
Die Vorbereitung der Sanierung der Sekundarstufe läuft planmäßig. Auch die Schüler der Sekundarstufe werden, wie die der Primarstufe, während der Sanierung ihrer Klassen in Pavillons unterrichtet. Der Umzug beginnt im vierten Quartal dieses Jahres, die endgültige Fertigstellung der Sekundarstufe ist für spätestens Mitte 2015 geplant.
Wie funktioniert das ÖPP-Modell?
Die Stadt Heidelberg bleibt im ÖPP-Modell sowohl Eigentümer als auch Nutzer der Schule. Die BSG plant, baut, finanziert und betreibt die IGH nach dem sogenannten Lebenszyklusmodell für einen Zeitraum von 30 Jahren. Der ÖPP-Vertrag umfasst 300 Seiten. In ihm ist die „Bestellung“ der Stadt formuliert, also das Raumprogramm und die Anforderungen an die Räume sowie Umfang und Beschreibung der zu erbringenden Leistungen.
Die Stadt Heidelberg schließt einen langfristigen Bau- und Betriebsführungsvertrag mit der BSG ab und zahlt für den laufenden Betrieb und die Finanzierung ein Nutzungsentgelt – die ÖPP-Rate. Die Rate kann gemäß Preissteigerungsindex jährlich angepasst werden. Für den Fall der Baukostenunterschreitung als auch bei Betriebskosten-Einsparungen ist eine Bonus-Regelung vereinbart.
Die Verantwortung für die Ausstattung und Einbauten, wie Tische, Stühle, Computer oder Fachklassenausstattung, liegt weiterhin bei der Stadt Heidelberg. Der Gemeinderat wird am 27. Juli 2011 über die Neuausstattung der IGH-Sekundarstufe zu Gesamtkosten von vier Millionen Euro entscheiden.


























