Heidelberg / Metropolregion Rheinneckar - Vor 20 Jahren zog der erste Gast ins Hospiz Louise in der Heidelberger Weststadt, um dort seine letzten Tage zu verbringen. Ihm folgten bis heute mehr als 1.200 Gäste, die in dem ehemaligen Wohnhaus ein letztes Zuhause gefunden haben. Anlässlich des 20. Jubiläums zelebrierten am Gründungstag des Hospizes, dem 14. März, ehren- und hauptamtliche Hospizmitarbeiter, Mitglieder des Fördervereins sowie zahlreiche Gäste einen Gottesdienst in der Kapelle des benachbarten St. Josefskrankenhauses. Diplom-Theologe und Seelsorger Thomas Grün dankte während des Gottesdienstes den Mitarbeitern des Hospizes, die „dem Haus ein Gesicht gaben und geben“ wie auch den Mitgliedern des Hospiz-Fördervereins: „Ihr unermüdlicher Einsatz macht es überhaupt erst möglich, das Hospiz aufrecht zu erhalten“.
Im Verlauf des unkonventionellen Gottesdienstes erinnerten haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter des Hospizes an verstorbene Gäste: Frank Schöberl, der das Hospiz seit 2008 leitet, las dazu aus dem Erinnerungsbuch vor, in das sich Gäste wie auch Angehörige eintragen können. Er berichtete eindrücklich von drei zerstrittenen Schwestern, deren Mutter im Hospiz Louise zu Gast war, und die in der Sterbensphase der Mutter wieder zusammenfanden. Eine Hospizmitarbeiterin zeigte eine Kuckucksuhr und erzählte ihre Geschichte: Damals sei ein zuvor Obdachloser Gast im Hospiz gewesen, der in seinen letzten Tagen den Wunsch äußerte, einmal in seinem Leben eine Kuckucksuhr zu besitzen – also kaufte er sich von seinem Taschengeld einen hölzernen Zeitanzeiger und vermachte diesen nach seinem Tod dem Hospiz. Dort hängt die Kuckucksuhr in der Küche und erinnert zu jeder Stunde an ihren früheren Besitzer. In Fürbitten betete die Gemeinde für ehemalige und zukünftige Hospizgäste, für die Mitarbeiter und all die schwerkranken Menschen in aller Welt. Der Superior der Freiburger Kongregation der barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul Wolfgang Gätschenberger segnete am Ende des Gottesdienstes das Hospiz, seine Mitarbeiter und seine Förderer.
Der Gottesdienst war Auftakt zu den diesjährigen Feierlichkeiten zum 20jährigen Jubiläum des Hospizes. Vom 7. bis zum 13. Mai wird es eine Festwoche geben, in der es Gottesdienst, einen Festakt, einen Tag der offenen Tür sowie ein Benefizkonzert in der Bonifatiuskirche geben wird. Das genaue Programm wird noch veröffentlicht. (ckl)

























