Frankenthal / Metropolregion Rheinneckar - Vortrag am 29. Februar 2012 in der Volkshochschule - Der älteste Grabstein auf dem Jüdischen Friedhof: Sarah Heymann starb am 12. Dezember 1826. Der älteste Grabstein auf dem Jüdischen Friedhof: Sarah Heymann starb am 12. Dezember 1826. Werner Schäfer und Herbert Baum informieren in einem Vortrag mit vielen Fotos am Mittwoch 29. Februar 2012 um 19 Uhr im VHS-Bildungszentrum, Schlossergasse, Vortragsraum Eintritt frei
Über die beiden jüdischen Friedhöfe in Frankenthal.
Die ersten Juden, die in Frankenthal gelebt haben, wurden vermutlich auf dem Wormser Friedhof "Heiliger Sand" begraben, später auf dem Friedhof in Heuchelheim. 1820 kaufte die Jüdische Gemeinde Frankenthal auf der Ostseite des neuen städtischen Friedhofs ein Feld für den ersten eigenen Friedhof. Hier sind heute noch 130 Grabsteine erhalten, davon 58 mit hebräischer Schrift. Das erste Grab ist von Sarah Heymann, gestorben am 12. Dezember 1826. Im Zweiten Weltkrieg wurden auf dem rechten Teil die jüdischen Grabsteine beseitigt. Die NS-Stadtverwaltung ließ dort tote Zwangsarbeiter beerdigen.
Der Neue Jüdische Friedhof wurde 1916 durch die Stadt Frankenthal angelegt. Das erste Grab stammt aus dem Jahr 1917. Seit einigen Jahren werden hier Frauen und Männer jüdischen Glaubens aus der ehemaligen Sowjetunion begraben. Der Förderverein hat zwischen 1995 und 2000 alle Grabsteine fotografiert und die Inschriften dokumentiert.
Im Vortrag werden sowohl die Geschichte der beiden Friedhöfe als auch die jüdischen Begräbnisregeln dargestellt. Der Vortrag findet im Rahmen der "Woche der Brüderlichkeit" statt, die seit 1952 von den Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit jedes Jahr im März durchgeführt wird.
Jüdischer Humor in Hollywood
Vortrag am 13. März 2012 in der Volkshochschule - Regisseur und Schauspieler Woody Allen Regisseur und Schauspieler Woody Allen "Jüdischer Humor in Hollywood" heißt das Thema eines Vortrags, den der israelische Historiker Tal Cohen am Dienstag, 13. März 2012 um 19 Uhr im VHS-Bildungszentrum in der Schlossergasse hält. Der Vortrag ist kostenlos.
Woody Allen, Barbara Streisand und viele andere Hollywood-Stars haben eines gemeinsam: den spezifischen jüdischen Humor. Was ist jüdischer Humor? Wie hat er Hollywood erobert? Und warum muss man kein Jude sein, um über diesen Ulk zu lachen? Der Vortrag findet in Kooperation mit der Volkshochschule Frankenthal im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit statt.
"Wir leben trotzdem" - Lesung mit Esther Bejarano
Die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano liest am Dienstag 28. Februar 2012 um 19 Uhr im ver.di-Haus Ludwigshafen Kaiser-Wilhelm-Straße 7 aus ihrem Buch "Wir leben trotzdem". - Die Journalistin Birgit Gärtner (Hamburg) hat in diesem Buch die Erinnerungen Bejaranos dokumentiert. Anschaulich wird auf 258 Seiten die Kindheit, die Zeit der Ausgrenzung und Verfolgung im Faschismus sowie das Überleben in den Todeslagern Auschwitz und Ravensbrück dargestellt.
Esther Bejarano im Alter von 14 Jahren Esther Bejarano im Alter von 14 Jahren - Esther Bejarano, geborene Loewy, im Dezember 1924 in Saarlouis geboren, wuchs in Saarbrücken auf, wo der Vater eine Stelle als Oberkantor der jüdischen Gemeinde hatte. Mit zwei Schwestern und einem Bruder verlebte sie eine glückliche Kindheit. Mit Anschluss des Saarlandes und Inkrafttreten der "Nürnberger Gesetze" 1935 endete diese unbeschwerte Zeit. 1936 zog die Familie nach Ulm. Esthers älteste Geschwister wanderten aus: der 21jährige Gerhard zu einer Tante in die USA und die 19jährige Tosca nach Palästina. Auch Schwester Ruth verließ bald darauf das Elternhaus, ging nach Oberschlesien in ein Vorbereitungslager zwecks Auswanderung nach Palästina. In der "Reichskristallnacht" am 9. November 1938 wurde Rudolf Loewy, Esthers Vater, wie viele jüdische Männer verhaftet. Nach drei Tagen im Zuchthaus entlassen wurde dem EK I Träger des Ersten Welkrieges bewusst, dass die Familie keine Zukunft in Deutschland hatte. Doch die angestrebte Auswanderung war zu diesem Zeitpunkt für die Familie Loewy nicht finanzierbar. Da Margarethe Loewy, Esthers Mutter, sich Ende 1939 mehrere Monate in einer Berliner Klinik behandeln lassen musste, zog der Vater mit Esther ebenfalls nach Berlin, bevor er 1940 eine Anstellung in der Jüdischen Gemeinde in Breslau antrat. Die inzwischen 15jährige Esther war zu dieser Zeit im Palästina-Vorbereitungslager Ahrensdorf, wo sie und andere Jugendliche unter anderem an landwirtschaftliche Arbeit herangeführt wurden. Im Juni 1941 wurden alle Vorbereitungslager dieser Art geschlossen und die Jugendlichen in das Zwangsarbeitslager Neuendorf, das unter SS-Bewachung stand, gebracht. Ende November 1941 erhielt Esther von der Breslauer Polizei die Aufforderung, die Wohnung der Eltern aufzulösen, da diese kurz zuvor nach Riga deportiert worden seien. Erst vor wenigen Jahren erfuhr Esther, dass der Transport, mit dem etwa 1.000 Juden aus Breslau, darunter ihre Eltern, nicht in Riga, sondern in Kaunas ankam. Dort kamen sie wenige Tage später bei Massenerschießungen ums Leben. Am 20. April 1943 wurde Esther nach Auschwitz deportiert, wo sie die Häftlingsnummer 41948 eintätowiert bekam. Sie wurde für das Frauenorchester in Auschwitz ausgewählt.
Das Frauenorchester in Auschwitz-Birkenau Das Frauenorchester in Auschwitz-Birkenau
"Ich hatte großes Glück, dass in dem Block, in dem ich übernachtete, eines Abends Frau Tschaikowska, eine polnische Musiklehrerin, nach Frauen suchte, die ein Instrument spielen konnten. Die SS befahl ihr, ein Mädchenorchester aufzustellen. Ich meldete mich, sagte, dass ich Klavier spielen könne. Ein Klavier haben wir hier nicht, sagte Frau Tschaikowska. Wenn du Akkordeon spielen kannst, werde ich dich prüfen. Ich hatte nie zuvor ein Akkordeon in der Hand. Ich musste alles versuchen, um nicht mehr Steine schleppen zu müssen. Ich sagte ihr, dass ich auch Akkordeon spielen könne. Sie befahl mir, den deutschen Schlager "Du hast Glück bei den Frauen, Bel Ami" zu spielen. Ich kannte diesen Schlager, bat sie um ein paar Minuten Geduld, um mich wieder einzuspielen. Es war wie ein Wunder. Ich spielte den Schlager sogar mit Akkordbegleitung und wurde gemeinsam mit zwei Freundinnen in das Orchester aufgenommen. Ein halbes Jahr später wurde Esther in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück verlegt, wo sie für Siemens Zwangsarbeit leisten musste. Im April 1945 auf den Todesmarsch getrieben, gelang es ihr mit einigen Freundinnen nach Tagen des endlosen Marschierens zu fliehen. Kurz darauf erlebten sie die Befreiung durch amerikanische Soldaten. Im September 1945 gelang Esther die Einreise nach Palästina, wo sie ihre Schwester Tosca wieder traf. Sie absolvierte eine Gesangsausbildung, heiratete Nissim Bejarano und brachte ihre Tochter Edna und ihren Sohn Joram in Israel zur Welt. 1960 verließ die Familie das Land und zog nach Hamburg. Seit 1978 engagiert sich Esther Bajarano in der politischen Auseinanderetzung gegen den Rechtsextremismus.






















