Lambrecht / Neustadt – The Return of the Max: Max kann wieder lachen – Dauerhaftes Happy End? (Video)

        Lambrecht / Neustadt / Metropolregion Rhein-Neckar (rbe/mrnnews) – “Es ist unbeschreiblich”, meint Max, endlich ist er wieder zu hause! Der 12jährige durfte am Dienstag den 29.Juli die Psychiatrie verlassen und in die Obhut seiner Mutter zurückkehren.

        Nach zähen Diskussionen und Verhandlungen zwischen dem Jugendamt und der Mutter des Jungen fiel die überraschend kurzfristige Entscheidung, Max nicht mehr länger in einem weiteren Jugendheim unterzubringen.

        Der Junge war am 13. Juni aus seinem Jugendheim in Silz ausgerissen und hielt sich ab 20. Juni versteckt, um eine Rückführung ins Heim zu verhindern. Am 17. Juli wurde er dann bei seinem Beherberger in Elmstein aufgegriffen und in die Psychiatrische Klinik Klingenmünster gebracht.

        Das Jugendamt bestand damals noch auf eine weitere Heimunterbringung.

        Wir haben uns nun bei verschiedenen Beteiligten umgehört, wie es weitergehen wird.

        Da bei dem Jungen keine Anszeichen für eine psychische Erkrankung vorliegen war kein Grund mehr für seine Unterbringung in der Psychiatrischen Klinik gegeben. Die Mutter weigerte sich daraufhin eine schriftliche Einverständniserklärung für eine anderweitige Heimunterbringung gegenüber dem Jugendamt zu unterschreiben. Max selbst äußerte ebenfalls den Wunsch in kein Heim mehr zu wollen.

        Daraufhin entschied man beim Jugendamt, Max bereits jetzt, noch vor dem gerichtlichen Verhandlungstermin im August, zur Mutter zurückkehren zu lassen.
        Die Entscheidung ist an einige Bedingungen geknüpft, z.B. regelmäßige Besuche der Jugendhilfe, um die Situation weiter beurteilen zu können.

        Aus kurz vor der Entscheidung zwischen Jugendheim und Amtsgericht getätigtem Schriftverkehr, wird ersichtlich, dass keiner der beiden Akteure in diesem Fall mehr die Verantwortung für die Abläufe und Unterbringung Maximilians übernehmen wollte.

        Das Jugendamt wollte offenbar noch eine gerichtliche Absicherung erhalten, die vom Gericht allerdings nicht kurzfristig erteilt wurde.
        Beim Amtsgericht hingegen verwies man darauf, dass dem Jugendheim derzeit das Aufenthaltsbestimmungsrecht obliege und keine Zwangsmassnahmen, zur Durchsetzung von Massnahmen gegen den Willen des Kindes, angeordnet werden können. Dies zwang das Jugendamt letztlich zur Herausgabe des Jungen.

        Offenbar hat man dort bei den weiteren Überlegungen auch festgestellt, dass zum derzeitigen Zeitpunkt alle anderen Möglichkeiten einer anderweitigen Unterbringung nicht durchsetzbar sind und die Rückgabe des Jungen in die Obhut der Mutter, als einzige Lösung in Frage kommt. Bei allen anderen Massnahmen wäre man Gefahr gelaufen nicht tragbare Entscheidungen zu treffen.

        Für den Jungen ist die Rückkehr in die Arme seiner Mutter, zu seinen Haustieren und in sein gewohntes Umfeld, eine riesige Erleichterung, die ihm am Tag der Rückkehr deutlich anzumerken war und über die er sich natürlich wahninnig freute.

        Auch bei der Mutter, den Großeltern und vielen Freunden ist ein großer Stein von den Schultern gefallen, wenn auch noch keine endgültige Sicherheit über die Dauerhaftigkeit der Situation besteht. Die Rückkehr von Max weckt bei der Familie allerdings große Hoffnung auf eine baldige, gleichlautende und endgültige Entscheidung des Amtsgerichts.

        Man sei guter Dinge, dass Max schon bald dauerhaft zuhause wohnen darf, so der Anwalt der Mutter, Dr. Saschenbrecker. Er begrüßte die Entscheidung des Jugendamtes sehr. Es sei allerdings nur ein erster Schritt zur Wiedervereinigung der gesamten Kinder. Die Mutter betonte, dass sie bereit sei für die Rückkehr all ihrer Kinder weiter zu kämpfen, auch wenn es nach wie vor nicht einfach sei.

        Die drei Geschwister von Max sind derzeit noch im selben Jugenddorf untergebracht, aus dem Max abgehauen war. Die Mutter befürchtet, dass ihre Kinder dort nicht mehr sicher aufgehoben sind.

        Anfang Juli hat der Rechtsanwalt Dr. Schneider-Addae-Mensah, nach Gesprächen mit Maximilian, Strafanzeige gegen mehrere Mitarbeiter des Heimes wegen Misshandlung und Vernachlässigung Schutzbefohlener gestellt und sich der strafrechtlich relevanten Angelegenheit anwaltlich angenommen.

        Die Familie erhielt bei diesem Fall auch prominente Unterstützung, durch den im Fall Gustl Mollath tätigen Dr. Friedrich Weinberger, sowie durch den Fuldaer Diplom-Soziologen Klaus-Uwe Kirchhoff. Diese beschäftigen sich mit den pschologischen Gutachten und den behördlichen Abläufen im Fall Maximilian.

        Dr. Weinberger hatte damals das Gegengutachten eingereicht. Darin hält er die Mutter für gesund und kritisiert die Diagnosestellung der amtlich-beauftragten Gutachterin, die zur Wegnahme der Kinder geführt hatte.

        Klaus-Uwe Kirchhoff begrüßte die jetzige Lösung. Er betonte dass auch bald eine VerbindlichKeit geschaffen werden muss. Die Geschwindigkeit des Verfahrensverlaufs beurteilte er als dringend verbesserungswürdig. Hierzu seien strukturelle Änderungen bei der Steuerung der Abläufe und Entscheidungsfindung nötig.

        “Es sind überhastete und nicht nachvollziehbare Massnahmen bei der damaligen Unterbringung getroffen worden”, die langfristige psychische Folgen für die Beteiligten haben können, sagt Dr. Weinberger, der solche Situation auch aus anderen Fällen kennt.

        Der Fall ist mit Max Rückkehr nun nach wie vor nicht abgeschlossen. Auch viele weitere Aspekte dieser Geschichte bedürfen Nacharbeit. Ein endgültiger Abschluss wird frühestens mit der gerichtlichen Entscheidung erreicht, die für August erwartet wird.

        Spätestens nach Abschluss dieses Einzelfalles, gilt es für alle Beteiligten über sämtliche Abläufe und Vorkomnisse nochmals selbstkritisch zu reflektieren und notwendige Änderungen für die zukünftige Vorgehensweise bei ähnlichen Gegebenheiten vorzunehmen.

        Auch die Verfahren im Bezug auf die Misshandlungen im Jugendheim laufen weiter. Man müsse abwarten wie’s weitergeht, betont Dr. Schneider-Addae-Mensah.

        Der Junge war jedenfalls merklich erleichtert endlich wieder bei seiner Mutter zu sein und in seinem eigenen Bett schlafen zu können. Er vermisse allerdings noch seine Geschwister und hoffe, dass auch deren Zimmer bald wieder gefüllt sein werden.

        (Text + Videobericht: Raphael B. Ebler)

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