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      Ludwigshafen – City West: Stadt sucht nach weiteren Varianten zur Hochstraßenerneuerung – Bürgerforum im Mai

        Ludwigshafen / Metropolregion Rhein-Neckar – Die Stadt Ludwigshafen strebt noch intensivere Variantenprüfungen zur Erneuerung der maroden Hochstraße Nord an. Darüber informiert die Verwaltung heute den Stadtrat. In den vergangenen Monaten haben Fachingenieure Varianten ausgearbeitet und ausgewertet. Sowohl der Wiederaufbau in Brückenkonstruktion als auch eine ebenerdige Straßenführung wurden untersucht. Fazit: Sowohl baulich und technisch als auch finanziell bedeutet die Hochstraßenerneuerung eine derartige Belastung, dass die Variantenuntersuchung noch weiter vertieft werden muss. Die Stadtverwaltung lädt für Montag, 13. Mai, zum nächsten Bürgerforum ein.
        Im Zuge der technischen, statischen und konstruktiven Berechnungen wurde deutlich, dass die Hochstraßenkonstruktion vor allem im Bereich des Brückenkopfes am Rhein die Planer und Ingenieure vor gravierende Probleme stellt. Nachdem in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Teile der Hochstraße über die damals bereits untertunnelte Trasse (C-Ebene, BASF-Gleis und Stadtbahntunnel) gebaut wurde, folgte 1978 die Eröffnung des Rathauses und der Einkaufsmall in unmittelbarer Nähe. Dafür entstanden ganze Bauwerke wie das Parkhausdeck und Teile der Mall wiederum unter der Hochstraße. Das hat zur Folge, dass in diesem Bereich kein Platz für schweres Gerät wie beispielsweise Baukräne zur Verfügung steht. Ein anderes Beispiel für die komplexe Bautechnik ist die Gründung einer Stützwand auf der Tunneldecke des Stadtbahntunnels Höhe Messplatz. Diese Unwägbarkeiten, die durch die nun vorliegende Ausarbeitung deutlich wurden, und die zentrale Lage inmitten der Innenstadt ergeben einen erhöhten Aufwand bei der Erneuerung der Hochstraße Nord sowohl hinsichtlich der Beeinträchtigungen für Anlieger und Verkehr als auch hinsichtlich der Kosten.
        In den zurückliegenden Monaten hatte die von der Stadtverwaltung beauftragte Ingenieurgemeinschaft in einem ersten Schritt drei Sanierungsvarianten näher untersucht: eine nahezu Eins-zu-eins-Wiederherstellung der bestehenden Hochstraße, eine verschlankte Version sowie eine teilweise ebenerdige Straßenlage. Dabei wurde unter anderem den Fragen nachgegangen:
        • Erfüllt die jeweilige Variante die Anforderungen der verkehrlichen Leistungsfähigkeit?
        • Welche Baukosten und welche künftigen Unterhaltskosten sind zu erwarten?
        • Welche konstruktionstechnischen Aspekte spielen wesentliche Rollen?
        Im Zuge der Untersuchung zeigte sich, dass die verschlankte Version, die dem Durchgangsverkehr zwischen Vorderpfalz und Mannheim Rechnung trägt, indem morgens in West-Ost-Beziehung und abends in Ost-West-Beziehung entsprechend mehr Fahrstreifen zur Verfügung stünden, weder städtebaulich noch verkehrlich Vorteile bringt. Die Untersuchungen der beiden verbleibenden Varianten ergaben, dass ein Wiederaufbau der Hochstraße nach jetzigen und ersten Schätzungen rund 300 Millionen Euro kosten könnte, eine teilweise ebenerdige Verkehrsführung einer leistungsfähigen Straße je nach näher zu untersuchender Untervariante zwischen 220 und rund 250 Millionen Euro. Innerhalb der laufenden Planungsphase sind die Unwägbarkeiten noch nicht komplett zu fassen, daher wird im nächsten Planungsschritt die Kostenberechnung noch weiter ins Detail gehen. Der zeitliche Aufwand für die Varianten liegt ab Baubeginn bei bis zu zehn Jahren mit teilweise erheblichen Eingriffen in das gesamte Umfeld. Die lange Bauzeit resultiert aus der Aufrechterhaltung einer Fahrspur pro Richtung sowie der aufwendigen Abbrucharbeiten der Ingenieurbauwerke inmitten der Stadt. Insofern muss aus Sicht der Stadtverwaltung auch der Aspekt der Bauzeit sowohl unter verkehrlichen als auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gründlich bewertet werden. Parallel hierzu führt die Stadtverwaltung Gespräche mit Betroffenen, Anliegern, Nachbarn und anderen Partnern. Mit Informationen im Internet sowie Bürgerforen und anderen Aktionen wird die Verwaltung in den kommenden Monaten den Entscheidungsprozess begleiten.

          Lohse: gemeinsam beste Lösung für Ludwigshafen suchen
          „Wenn wir heute erstmals bautechnische und finanzielle Berechnungen auf den Tisch legen, dann auch um zu zeigen, wie schwierig die Ausgangslage ist, wenn man einmal ganz genau hinsieht. Es gibt hier kein Schwarz oder Weiß, sondern sehr viele Zwischentöne. Viele Faktoren spielen eine Rolle, deren Abwägung eine der Aufgabe angemessene Zeit erfordert. Dies gilt auch für Abstimmungsprozesse mit potenziellen Fördergeldgebern. Klar ist aber: Einfache Lösungen gibt es keine. Auch möchte ich betonen: Der Aspekt der Partizipation spielt angesichts von Bauzeiten, Eingriffen in die Infrastruktur und Kosten eine sehr große Rolle. Daher setzen wir von Anfang an auf einen offenen, konstruktiven und intensiven Beteiligungsprozess, der von Sachlichkeit und gegenseitigem Respekt getragen werden soll. Ein solcher Beteiligungsprozess benötigt Zeit. Ich bin der Meinung, dass wir uns diese als Stadtgesellschaft nehmen müssen, um die beste Lösung für Ludwigshafen zu finden. Ich würde mich freuen, wenn viele Menschen in diesem Sinne mitarbeiten und sich einbringen würden“, verdeutlichte Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse.

          Dillinger: Chance für die Stadtentwicklung
          „Wir haben von Beginn an gesagt, dass wir das Projekt als Chance für die Stadtentwicklung begreifen. Es ist gerade mit Blick auf die vorliegenden Zahlen und Perspektiven wichtiger denn je, dass wir uns fragen, in welcher Stadt wir künftig leben wollen, was wir als Stadt und Stadtgesellschaft überhaupt unter Mobilität verstehen, wie wir unseren Verkehr künftig organisieren wollen, was uns wichtig ist und wofür wir stehen. Dazu brauchen wir einen stadtgesellschaftlichen Diskurs, dazu brauchen wir belastbare Berechnungen und Zahlen“, betonte Baudezernent Klaus Dillinger. Aus diesen Gründen wird die Stadtverwaltung den Bau-und Grundstücksausschuss im Juni darum bitten, den Auftrag an die Ingenieurgemeinschaft zu ergänzen. Dabei soll auch eine zur jetzigen Hochstraße etwas versetzt liegende neue Trasse berechnet werden. Außerdem soll die Stadtstraße unter Einbeziehung von Teilen des zum Rathaus-Center gehörenden Areals weiter untersucht und berechnet werden.

          Feid: Lasten müssen verteilt werden
          Auch unter finanziellen Gesichtspunkten ist eine weitere Diskussion um mögliche Alternativen notwendig, unterstrich Kämmerer Dieter Feid: „Wir sprechen hier über gewaltige Beträge. Natürlich stehen wir in Kontakt mit Bund und Land, um Fördermöglichkeiten auszuloten. Aufgrund der eindeutig überörtlichen Funktion der Hochstraße sind wir der Auffassung, dass die Lasten unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit und der Nutzungen verteilt werden müssen. Der Ludwigshafener Steuerzahler und die Stadt Ludwigshafen können diese nicht alleine schultern.“.
          „Wie auch immer die Entscheidung ausfallen wird: Mir ist es wichtig, dass wir offen diskutieren, denn es geht bei City West eben nicht nur um die Erneuerung einer Straße, sondern um die Gestaltung der Stadt, in der wir leben. Wir werden daher bereits jetzt in diesem Zwischenschritt zu einem weiteren Bürgerforum einladen, das am 13. Mai stattfinden wird. Natürlich werden wir hierzu noch einmal eigens einladen“, kündigte die OB an.

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