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      Heidelberg – Deutsche Siebenerrugby-Nationalmannschaft schafft Turniersieg und Aufstieg

        Heidelberg / Metropolregion Rhein-Neckar – Endspiel gegen Polen / Aufstieg in die „Grand Prix Series“ perfekt – Die Deutsche Siebenerrugby-Nationalmannschaft hat den angestrebten Turniersieg bei den Heidelberg Sevens, dem Finalturnier um die Europameisterschaft der Division A, und damit auch den Aufstieg in die „Grand Prix Series“ geschafft. Im Endspiel im Fritz-Grundebaum-Sportpark in Heidelberg setzte sich das Team um Kapitän Mustafa Güngör per „Sudden Death“ in der Verlängerung mit 29:24 gegen Polen durch. Die favorisierten Belgier – Sieger beim ersten Turnier im polnischen Danzig – wurden in Heidelberg Vierter. Bundestrainer Peter Ianusevici: „Ich bin sehr, sehr stolz auf diese Mannschaft, die sich in den vergangenen Wochen so entwickelt hat. Die passende Mischung aus Erfahrung und talentierten, jungen Spielern, der Teamgeist und die mentale Stärke sind schon da. Aber die Mannschaft ist noch nicht fertig. Mein Dank geht außerdem an die Zuschauer, die uns am Finaltag fantastisch unterstützt haben.“ Ein besonderes Lob hatte der Bundestrainer für Kapitän Mustafa Güngör übrig, der seine in den Wehen liegende Frau für das Endspiel allein gelassen hatte und die Mannschaft zum Sieg führte: „Was er für dieses Team getan hat, ist unfassbar.“

          Deutschland – Kroatien 36:5
          Die Kroaten hielten zu Beginn des letzten Vorrundenspiels ganz ordentlich mit, gingen durch den Versuch von Tomislav Gomuzak sogar mit 5:0 in Führung. Doch die Deutschen wachten nun auf, Fabian Heimpel brachte sein Team kurz vor der Pause mit einem selbst erhöhten Versuch erstmals in Führung. In der Folge hatte die DRV-Auswahl die Partie sicher im Griff. Benjamin Simm legte im Malfeld ab, Matthieu Franke, Bastian Himmer, Chris Hilsenbeck und Rafael Pyrasch trugen sich ebenfalls noch mit Versuchen in die Statistik ein. Weil zudem Fabian Heimpel zwei weitere Male erhöhte, hieß es am Ende 36:5 für das deutsche Team, dass damit den Gruppensieg in Pool B sicher hatte. „Das war nicht nur eine gute Partie, um wieder reinzukommen“, erklärte Bundestrainer Peter Ianusevici. „Ich habe außerdem eine Idee versucht, Matthieu Franke im Sturm aufzubieten. Das hat sich ja auch rentiert.“

          Belgien – Deutschland 19:22
          Das Duell mit dem härtesten Konkurrenten um den Aufstieg in die „Grand Prix Series“ war das erwartet schwere Spiel: Die Belgier standen defensiv gut und gingen auch mit 7:0 in Führung. Immerhin konnte Matthieu Franke nach einem sehenswerten Passangriff auf 5:7 verkürzen. Bis zur Pause legten die Belgier allerdings einen weiteren erhöhten Versuch nach und waren so zu Beginn der zweiten Hälfte mit 14:5 vorn. Doch die kurze Pausenansprache schien für die Deutschen gut gewirkt zu haben. Zwei Versuche des schnellen Bastian Himmer – einmal erhöht durch Fabian Heimpel – drehten die Partie in ein 17:14 für die DRV-Auswahl. Wenig später fing Himmer einen Pass der Belgier ab, übergab die Pille an Alexander Hauck, der zum 22:14 im Malfeld ablegte. Die Belgier kamen mit der Schlusssirene zwar noch auf 19:22 heran, aber zu mehr reichte die Zeit nicht mehr. „Die Belgier haben sehr gut verteidigt, waren zudem stark an den Kontaktpunkten“, analysierte Ianusevici. „Den Ausschlag hat diesmal gegeben, dass einige Spieler sich im Rahmen des Spielkonzepts individuelle Freiheiten genommen haben. Das war ein Pass, ein Sidestep oder ein Kick, der auch überrascht hat.“

          Endspiel: Polen – Deutschland 24:29 nV
          Die Partie begann mit einem Versuch durch Mustafa Güngör und die Erhöhung durch Fabian Heimpel optimal für das deutsche Team. Doch die robusten Polen glichen durch Mateusz Zajkowski und Kicker Sebastian Luczak umgehend wieder aus. Es blieb eine Partie auf des Messers Schneide. Clemens von Grumbkow brachte die DRV-Sieben wieder in Führung, doch noch vor der Pause schafften die Polen wieder den Ausgleich. Mit 12:12 ging es in die kurze Pause. In der zweiten Hälfte legten diesmal die Osteuropäer vor: Michal Wezka legte im deutschen Malfeld ab und Mateusz Adamski erhöhte den Versuch. Doch dann waren die Deutschen wieder am Zug. Alexander Hauck verkürzte auf 17:19 und wenig später brachte Mustafa Güngörs Versuch und die Erhöhung von Chris Hilsenbeck die Deutschen wieder in Führung. Doch Polen war noch nicht geschlagen, kam durch Michal Wezkas Versuch, der nicht erhöht werden konnte, wieder auf 24:24 heran. Die Verlängerung musste entscheiden. Hier hätte beinahe der Deutsche Sam Rainger – von den Polen aus dem „Reserve-Pool“ gewählt – den Sieg für die Polen besorgt, doch der Schiedsrichter pfiff den Heusenstammer zurück. Stattdessen brach Fabian Heimpel im nächsten Angriff durch, passte auf Alexander Hauck, der von Rainger getackelt wurde, aber auf Chris Hilsenbeck ablegte. Der Youngster besorgte im Schlussspurt den entscheidenden Versuch und damit den Turniersieg per „Sudden Death“. Dass nicht Chris Hilsenbeck, der den entscheidenden Versuch legte, zum Helden avancierte, sondern Routinier Mustafa Güngör, war folgender Tatsache geschuldet: Der Kapitän hatte am Sonntagmorgen die Mannschaft verlassen, um seiner Frau bei der Geburt des ersten gemeinsamen Sohnes beizustehen. „Sie hat aber gemerkt, dass ich in Gedanken auch bei der Mannschaft war, und mich weg geschickt.“ Rechtzeitig zum Finale war der Kapitän wieder an Bord, legte zwei Versuche selbst, führte sein Team zum Sieg und stemmte am Ende den Pokal in den Heidelberger Himmel. Was für eine Geschichte!

          GESAMTWERTUNG (Endstand nach zwei Turnieren):
          Platz Team Punkte
          1. Deutschland 33
          2. Belgien 32
          3. Schweden 31
          4. Polen 28
          5. Litauen 24
          6. Israel 18
          7. Dänemark 14
          8. Zypern 13
          9. Tschechien 10
          10. Andorra 7
          11. Kroatien 5
          12. Schweiz 3

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